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Live im Ulmer Roxy - Das Percussions Trio "Bubble Beatz"

Weil ihr Instrumentarium sich aus Bauschutt, Alteisen, verbeulten Verkehrsschildern, Bratpfannen, Benzinfässern und sonstigem Unrat zusammen setzt, werden sie als "attraktivste Müllhalde der Schweiz" gefeiert. Wer jetzt an 'Stomp' denkt, liegt gar nicht so falsch. Ihre Grooves zwischen House, Industrial, 2 Step, Drum'n'Bass, Big Beat, Latin und Funk vermengen Christian Gschwend und Kay Rauber mit soliden Bass-Lines und experimentellen Klängen des dritten Mannes Marcel Gschwend. Gestern waren sie im Ulmer Roxy zu Gast und die Onlinepics24-Redaktion ließ es sich nicht nehmen den Jungs ein paar Fragen zu stellen.
Von caroschaf, 13.02.2005

Ihr seid ja eine ziemlich außergewöhnliche Band – Christian, erzähl vielleicht erstmal, wer ihr seid und woher ihr kommt.

Wir sind alle aus der Schweiz, genauer gesagt aus St. Gallen, Nähe Bodensee. Ich und Marcel spielen schön seit 12 Jahren Schlagzeug und Percussion und deshalb sind wir auch überhaupt erst auf diese Ideen gekommen. Kay und ich spielen Schlagzeug und Percussion, Marcel spielt Bass, Keyboard und Computer, die eben ab und zu abstürzen – wie heute zum Beispiel. Unsere Musik ist sehr außergewöhnlich, da sie sich aus einzelnen Sounds, die wir gefunden haben, entwickelt hat. Wir haben angefangen mit irgendwelchen unüblichen Schlaginstrumenten, wie zum Beispiel Pfannen, zu experimentieren. So hat sich das ganze weiterentwickelt, bis wir daraus ein Gerüst zusammengestellt haben, das wir nach und nach erweitert haben.

Euer Instrumentarium setzt sich aus Bauschutt, Alteisen, verbeulten Verkehrsschildern, Bratpfannen, Benzinfässern und sonstigem Unrat zusammen - Wie seid ihr auf die Idee gekommen mit solchen Dingen Musik zu machen?

Ursprünglich sind wir beide Schlagzeuger und die haben es nun mal so an sich, das sie auf alles klopfen und verschiedene Dinge ausprobieren. Und das ist ja eigentlich nichts neues, solche Klänge gerade in der Clubszene zu hören. Wir sind eine Trashpercussion-Formation und darauf gekommen sind wir durch Suchen von gut klingenden Sounds. Unsere Vorstellungen sollten sich auch der Szene anpassen und da sind wir vor allem auf Pfannen und Fässer gestoßen. Besonders wichtig war uns dabei, dass es auf jeden Fall Instrumente sind, die es noch nicht gibt. Wir wollten damit die typischen Diskoklänge, wie zum Beispiel Drum’n’Bass, life auf die Bühne bringen. Und vor allem der Dj-Kultur entgegenwirken.

Mittelpunkt eurer Show ist die „Trashmaschine“ – Was hat es damit auf sich?

Unsere Instrumente bestanden aus Eimern, Fässern und Pfannen, die einfach nur auf dem Boden standen. Uns war wichtig, das Ganze in die Höhe zu bringen, damit die Leute es auch sehen. So sind wir ziemlich schnell auf ein passendes Baugerüst gestoßen, woran wir die ganzen Instrumente mit Kabelbindern befestigt haben. Man kann die „Trashmaschine“ also mit einen großen Schlagzeug vergleichen.

Ihr wart vor euer „Bubble Beatz“-Zeit auch schon durch andere Projekte bekannt – Waren die genauso verrückt?

Wir spielen auch jetzt noch in anderen Bands die eher in Richtung Punk, Jazz, Drum’n’Bass,.. gehen - Eher die konventionelle Richtung. Dort spielen wir auch auf normalen Instrumenten im Gegensatz zu unserem Projekt „Bubble Beatz“, das auf jeden Fall etwas einmaliges für uns ist.

Das eigentlich Bandkonzept und die ungewöhnliche Show habt ihr bereits zwei Jahre später auf die Bühne gebracht – Wie seit ihr damit so schnell erfolgreich geworden bzw ist das Fernsehen auf euch aufmerksam geworden?

Am Anfang haben wir einige Promo-Videos gedreht und CDs verschickt, welche uns ermöglichten auf zwei großen Schweizer Festivals zu spielen. Dort fielen wir, auf Grund unseres Musikstils, neben den ganzen Rock- und Popbands besonders auf. Gerade auf den Open Airs bekamen wir für unsere spezielle Show sehr viel Zuspruch. Dadurch ist auch letztendlich der Kontakt zum Fernsehen entstanden.

Heute hattet ihr einen Auftritt im Ulmer Roxy – Macht ihr gerade eine Art Tour durch die deutschen Städte?

Letztes Jahr ist unsere neue Remix-Cd „Transformed and mutated“ rausgekommen. Diese enthält Remixe von unserer ersten Cd und auf Grund dessen versuchen wir im Moment auch viele Konzerte zu spielen. Tour kann man das Ganze jetzt nicht nennen, da wir nicht täglich einen Gig haben. Allerdings hoffen wir, auch dieses Jahr wieder auf einigen Festivals spielen zu können.

Euer erste Cd heißt „Trashpercussion“ – Was unterscheidet diese von eurer aktuellen „Transformed and mutated“?

In erster Linie haben verschiedene Leute unsere Tracks der ersten Cd bearbeitet, die Elektronik mit Gitarren und anderen Instrumenten erweitert und Remixe daraus gemacht. Wir haben bei „Transformed and mutated“ eben nur noch die Auswahl getroffen und die Cd dann herrausgebracht. Die erste Cd dagegen ist, wie wir uns auch heute auf der Bühne präsentiert haben, life eingespielt.

Zur Veröffentlichung eurer zweiten Cd gab es auch letzten Herbst eine Cd Release Party – Hat euch das weitergebracht?

Ja, wir merken es vor allem an den Bookings in Deutschland und Österreich, die uns eben auch an Orte bringen, an die wir früher nicht gekommen sind. Vor allem die Remix Cd hat auch Leute erreicht die diesen Stil nicht so kennen aber einfach gern elektronische Musik hören.

Inzwischen baut sich euer Erfolg in Deutschland immer mehr auf – Wie wird die Zukunft aussehen?

Wir versuchen immer wieder neue Instrumente zu finden. Die „Trashmaschine“ wird im Großen und Ganzen bestehen bleiben. Wir philosophieren darüber sie etwas umzubauen, vielleicht auch im Bezug auf die Gestaltung. Auch einige kleinere Instrumente, wie die Röhren, werden in Zukunft sicherlich noch dazu kommen. Aber der grobe Rahmen unserer Show wird auf alle Fälle bestehen bleiben. Seit der Veröffentlichung von „Transformed and mutated“ achten wir mehr darauf musikalische Sounds bzw Tracks zu machen, welche auch tanzbar sind und die Leute ansprechen. In der Richtung werden wir weiterarbeiten. Eine neue Cd ist im Moment noch nicht geplant, aber es wird mit Sicherheit eine geben, bei der wir wieder mit neuen Musikern zusammenarbeiten werden. Erscheinen wird sie vorrausichtlich Ende nächsten Jahres. Darauf geachtet wird vor allem, dass es diesmal nicht nur eine reine Remix Cd wird, sondern neue Tracks von uns dabei sind. Eventuell werden wir auch Studiogäste und andere Instrumente miteinbeziehen.

Weiterführende Links

» http://www.bubblebeatz.ch/
» http://www.onlinepics24.szon.de/bilder/Ulm/Roxy/12.02.2005/

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